JAPAAAAN (19. bis 27. August 2010)

Hallo ihr Lieben,

in unserem letzten Blog wird nicht viel geschwafelt. Wir wollen euch am Samstag ja auch noch was zu erzählen haben. Deswegen zeigen wir euch auf diesem Wege nur ein paar Bilder von Tokio, Osaka und Kyoto. Alle Fragen werden dann bei Kaffe, Kuchen, Schwarzbrot und Kartoffelsalat geklärt.🙂

Warten am Flughafen unter zig müden Asiaten.

Und wieder 'lecker' Flugzeugessen mit Tintenfisch und Wasabi.

TOKIO

Zwei verspätete Flüge und 10 Stunden Wartezeit später bleibt uns nix andres übrig, als auf der Straße zu schlafen. Unbequem!

Tokio...

....die....

...größte....

...Stadt,....

...die wir je gesehen haben.

Die Leuchtreklame erhellt den Nachthimmel.

Acht Millionen Tokioaner brauchen viel schlechtes Essen.

Und machmal hat man das Gefühl, man sähe sie alle auf einmal.

Sushi...

...am laufenden Band.

Lieblingszeitvertreib Nummer Zwei nach Essen: Zocken!

Und Nintendo ist sowieso überall.

Kulturunterschiede

Wünsche der Menschen auf Holztafeln am Shinto-Tempel.

Es werde Licht!

OSAKA und KYOTO

Auf Entdeckungstour mit Taku und Mariko.

Beten für einen guten Tag.🙂

Ein bisschen japanische Postkarte.

Karaoke musste natürlich aus sein!

Mit viel Elan....

...versteht sich.

Japanisch leben,...

essen...

...und schlafen.

Das war also unsere Reise. Morgen steigen wir ins Flugzeug und 18 1/2 Stunden später sind wir auch schon wieder zurück in Berlin. Die Reise in Zahlen: 340 Tage, 6 Länder, über 10.000 Fotos, etwa 21.000 gefahrene Kilometer mit Manfred, unzählbar viele McDonalds-Besuche, über 40 Blogartikel mit über 200 Kommentaren und noch so vieles mehr.
Kaum zu glauben, dass jetz alles vorbei sein soll. Doch in Berlin gilt es, neue Abenteuer zu bestreiten und sich das Leben aufregend zu gestalten….und natürlich eine neue Reise zu planen.

Deshalb: Bis nächstes Jahr aus Südamerika.🙂

Liebe Grüße,
Anne + Marcus.

Singapur, Kuala Lumpur und Bangkok (30. Juli bis 18.August 2010)

Hallo liebe Mitleser,

weiter ging unsere kleine Südostasienreise. Zunächst für zwei Tage nach Singapur, eine riesige, mit Wolkenkratzern zugebaute Metropole, deren Einwohner (vornehmlich Chinesen) ständig mit Laptops und Smartphones zu sehen sind oder auf eine andere Weise 24 Stunden am Tag vernetzt sind. Wir haben uns eigentlich ein Doppelzimmer in einem ziemlich beliebten und sauberen Hostel ausgesucht. Dummerweise hatte sich Anne bei der Online-Reservierung um einen Monat vertan. Natürlich haben wir ein Doppelzimmer für uns ganz allein…am 30.August. Haha. Nunja, wir sind ja flexibel und suchten nach einer anderen Unterkunft und fanden diese in Form des Cozy Corner Hostels inmitten der City. Leider hatten sie dort keine Doppelzimmer, aber dafür konnten wir in einem Mehrbettzimmer (auf Backpackersprache: Dorm) plus Dachterasse schlafen. Die vermeintliche Dachterasse stellte sich als die fehlende vierte Wand des Zimmers heraus, doch der Preis (umgerechnet 7 Euro pro Mann/Frau) und das Gewissen, daß wir ja nur zwei Nächte dort sind und den ganzen Tag eh auf den Beinen sind, ließen uns das Wagnis eingehen. Nur gut, daß unsere Betten etwas weiter von der „Terasse“ an der Trasse wegstanden. Denn in der zweiten Nacht kam ein furchtbarer Sturm auf, der die anderen Bewohner von ihrem Platz an der Sonne vertrieb. Marcus blieb unbeeindruckt. Anne und alle anderen drehten entsetzt die Köpfe ob dieses Monsuns im Zimmer.

Unser Zimmer mit drei Wänden. Herrlich...

Singapur an sich ist hochmodern und vorallem sauber (das legendäre Kaugummiverbot scheint es wirklich zu geben, wir haben zumindest nirgends Kaugummis gefunden). Die Skyline ist beeindruckend, aber im Grunde sieht nach zwei Tagen alles gleich aus.

Wolkenkratzer am Tag...

...und Wolkenkratzer bei Nacht. Singapur - die Megacity.

Für etwas Abwechslung sorgte der Besuch im hiesigen Zoo, wo Urang Utans über den Köpfen der Besucher kletterten und sich auch sonstiges Getier blicken ließ.

Im Zoo steht man unter ständiger Beobachtung.

Dann ging es weiter nach Kuala Lumpur, aber diesmal auf dem Landweg per Bus. Die Busstation war etwas außerhalb der City und so mussten wir mit Sack und Pack per Fuß unser Hostel finden. Dabei ist uns erstmal aufgefallen, wie dreckig Kuala Lumpur im Gegensatz zu Singapur ist. Ein weiteres Augenmerk sind die vielen verschleierten Wesen (Anne behauptet, das wären die Ehefrauen von den moslemischen Männern, aber Marcus glaubte fest daran, daß hier irgendwo eine Star Wars Convention stattfand). Das Wahrzeichen sind die Petronas Towers, die einen wirklich spektakulären Eindruck machten.

Einst das höchste Gebäude der Welt: die Petronas Towers.

In den vier Tagen, die wir dort blieben, liefen wir die City ab, besuchten Chinatown (das es in jeder Großstadt in Südostasien zu geben scheint), genossen die riesigen Shopping Center und sahen eine knapp 50m hohe Buddhastatue.

Wenn das kein Riesending ist.

Direkt hinter der Statue gibt es eine riesige kathedralenartige Höhle, die man über die geschätzen 1000 Millionen Stufen erreichte. Begleitet wurde man von einer Schar Affen und natürlich Touristen. Japanische Touristen sind dabei eine besondere Gattung, die scheinbar einen tieferen Sinn darin sehen, diese Affen mit Plastikflaschen zu füttern. Daß sie sowieso ständig in voller Gruppenarbeit auf einmal im Weg stehen bleiben, daran haben wir uns langsam gewöhnt.
Verwirrt wurde Marcus von einer Reisegruppe aus Indien, die unbedingt ein Photo mit ihm haben wollten. Naja, warum auch nicht.

Die Wächter der heiligen Höhle.

Weitere Besonderheiten sind die asiatischen Männer, die ständig auf die Straße mit lautem Geräusch rotzen und der Mangel an fahrerischen Können der Autobediener. Man stelle sich eine zweispurige Straße vor, die aber von drei Autoreihen und ein bis zu 5 Mofareihen eingenommen werden.

Viel Auswahl in Kuala Lumpur. Nur das Original konnten wir nirgends finden.

Und weiter ging es nach Bangkok. Ursprünglich wollten wir von hier nach Kambodscha, Vietnam und Laos, aber irgendwie hatten wir langsam keine Lust mehr. Zuviel reisen macht reisemüde und wir entschlossen uns, uns lieber in Bangkok niederzulassen und von dort aus Tagesstouren zu machen.

In Bangkok riecht es an jeder Ecke anders. Und manchmal nach allem gleichzeitig.

Rechtzeitig kamen wir aber zu einem echten Highlight in Bangkok an: dem Chatuchak Wochenendmarkt, dem größten Markt der Welt (so sagt es uns zumindest der Reiseführer). Kurz gesagt: Auf diesem Markt kann man fast ALLES kaufen. Von Klamotten, Möbeln, Tücher, Schuhe, Taschen, Wohnkram usw usf.

Aber das wohl Krasseste war die Tierabteilung. Von A wie Alligator, über E wie Eule und Eichhörnchen, S wie Skorpion und Schlange bis hin zu Z wie Zwergkaninchen konnte man fast die gesamte Fauna der Erde dort kaufen.

Ich nehm zwei. Bitte packen Sie's als Geschenk ein.

Die meisten Käfige waren für die exotischen Tiere viel zu klein. Die Winkelgasse haben wir uns aber anders vorgestellt.

Wir hätten am liebsten alle mitgenommen.

Ein Markt, wo man nach 5 Stunden durchlaufen einfach nur noch ins Zimmer will.

Standardgemäß sollte man natürlich in Thailand die Brücke über dem Kwai besuchen. Das angeschlossene Museum konnte uns seriös und visuell ansprechend auch die Hauptakteure des 2. Weltkrieges näherbringen.

Die detailverliebte Nachbildung historisch wichtiger Figuren haute uns aus den Socken.

Das Programm hatte noch ein Mittagessen auf einem Bambusfloß zu bieten, sowie eine Flußfahrt. Das erste Highlight für diesen Tag war aber das Elefantenreiten, worüber sich Marcus schon die ganze Zeit freute. So ein Rüssel ist ziemlich witzig, wenn man den mal anfassen kann.🙂

Elefantenreiten abgehakt.

Der zweite Höhepunkt war der Tiger Tempel, in dem man echte Tiger anfassen konnten. ABER NICHT DIE KLEINEN, SONDERN DIE GROSSEN!!!!!

Tigerstreicheln abgehakt.

Bärtiger als ein Tiger sein, abgehakt.

Mit einem Mönch und einem Tiger laufen kurz bevor es tierisch anfängt zu schütten, abgehakt.

So viel Aufregung für einen Tag, das mussten wir doch irgendwie überbieten können. Ein Blick im Reisebüro des Hotels verhieß Gutes: Der Gibbon Flight. Da uns gerade partout weder das englische noch das deutsche Wort für diese Dschungelaktion einfallen will, zeigen wir Euch lieber ein paar Bilder:

Erstmal die richtige Ausrüstung anlegen.

Und dann ab durch den Regenwald. HUUUIIII.

50m abwärts.

An bis zu 300m-langen Drahtseilen schwangen wir uns durch den Dschungel und das manchmal zu zu 50m über dem Erdboden. Das war schon mal sehr gut und aufregend. Die nächsten Tage wurden etwas ruhiger und waren durch Marktgänge plus Einkauf geprägt. Doch das war uns nach zwei Tagen zu langweilig. Es musste was Neues und Aufregendes her. Etwas, was wir noch nie gemacht haben. Etwas, wofür die Leute Zuhause uns für verrückt erklären würden. Wir fanden genau das Richtige:

Sprung,

Faaaaaaaaa....

...aaaaaaall

und Landung.

Und die Frisur sitzt immer noch.🙂

Photoshop? Schön wärs! Nein, wir haben uns wirklich getraut, aus einem fliegenden Flugzeug zu springen und uns dabei auf zwei alte Männer und ein großes Stück Stoff zu verlassen. Wir wollen an dieser Stelle eigentlich noch nicht soviel über den Sprung an sich verraten, da wir das durchlebte Gefühlschaos viel besser anhand des Videos erklären können, das von uns vor, während und nach dem Sprung gemacht wurde.
Es sei nur soviel gesagt: Wir durchlitten mörderische Angst in den Stunden vor dem Sprung. Es fühlt sich in etwa so an, als wenn man sich freiwillig einer mündlichen Abiturprüfung aussetzt und darauf dann 5 Stunden wartet. Man zappelt, der Magen bewegt sich in alle Richtungen, man will wegrennen und gleichzeitig blickt man starr in den Himmel und stellt sich vor, wie das wohl von unten aussieht, wenn man selbst aus den Wolken fällt.
Um euch zu beruhigen: Wir haben alles ohne Verletzungen überstanden und hatten beim Sprung auch jede Menge Spaß. Es war ein einmaliges Gefühl und wir sind uns eigentlich jetzt schon sicher, dass wir in ein paar Jahren nochmal springen werden. Warum? Weil’s Spaß macht!

Am Donnerstag geht es also weiter nach Tokio, der letzten Station vor der Heimreise. Die ganze Reise über haben wir gesagt, dass wir die letzte Woche in der japanischen Hauptstadt verbringen würden und nun, 11 Monate später, ist es soweit. Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit verflogen ist und wie weit entfernt uns Australien schon wieder vorkommt. Das letzte Kapitel wird aufgeschlagen. Wir freuen uns drauf.

Allerliebste Grüße,
Anne + Marcus.

Bali (19. bis 29. Juli 2010)

Hallo ihr Lieben,

es ist wieder soweit: Wir reisen weiter und so berichten wir euch vorher, was wir auf der bekanntesten indonesischen Insel erlebt haben. Morgen gehts um 06:55Uhr weiter nach Singapur und von dort aus mit dem Bus nach Kuala Lumpur. Die Zeit vergeht immer schneller…

Am 18. Juni kamen wir Abends am Flughafen an und nahmen ein Taxi ins Tourizentrum Kuta. Wir hatten es mal wieder verplant, vorher ein Hotel zu buchen, also zogen wir vollgepackt durch die hektischen Straßen Kutas auf der Suche nach einem Zimmer. Endlose 15 Minuten später hatten wir auch eins gefunden und waren froh, unsere Rucksäcke ablegen zu können. Seitdem wir Manfred hatten, haben wir die Dinger nicht mehr geschleppt und natürlich sind sie wie durch Zauberhand über diese Zeit 4Kilo schwerer geworden.

Am ersten Tag mussten wir uns erstmal in diesem völlig fremden Land zurechtfinden. Die Zeit verging auch wirklich schnell, dabei sind wir den ganzen Tag nur durch die engen Straßen getingelt. Auf die sechs Millionen Einwohnern Balis kommen gefühlte 12 Millionen Motorräder. Die Zweiräder sind hier das Fortbewegungsmittel schlechthin, denn Autos werden spielend von Fußgängern überholt. Die Straßen in Kuta sind eng und eigentlich immer verstopft. An jeder Ecke wird einem etwas ins Ohr geflüstert oder gebrüllt: „massaaaage“, „transport“, „cheap, cheap“, „pst, haschisch“. Die Stadt ist bunt, laut, dreckig und faszinierend, denn völlig anders als der ganze australische Kontinent.

Menschen, Autos, Motorräder - das ist Kuta.

Am nächsten Tag hatten wir unsere ganz private Touritour mit einem eigenen Fahrer. Auf dem Weg nach Ubud, die Stadt im Herzen Balis, machten wir bei einer Batik- und bei einer Silberwerkstatt Halt. Es war sehr faszinierend, zu sehen, was hier alles noch per Hand gemacht wird. Die feinen Zeichnungen auf einem Batik-T-Shirt wurden ganz locker freihand gezeichnet und kleinste Silberringe feingeschliffen.

Freihand und blitzschnell ist ein Bild auf den Tourirücken gezaubert.

Ubud ist eine Oase, eine Stadt mitten im Dschungel. Nicht so hektisch wie Kuta, ruhig, aber trotzdem touristisch. Auch hier wurden wir an jeder zweiten Ecke angehupt, „transport, transport“. Aber in Ubud gab es mehr zu sehen als nur Klimbim-Stände und dicke Australier. Wir besuchten zwei Tempel und den so genannten „Monkey Forest“, einen mitten in der Stadt angelegten Urwald, der Affen beherbergt.

Der Mensch Auge in Auge mit dem Vorfahren.

Ist doch affig.

Zum Sonnenuntergang fuhren wir nach Tanah Lot, einem weiteren Tempel, der jedoch direkt am Wasser liegt – oder sollten wir sagen „im Wasser“? Bei Flut wir das Tempelgelände zu einer kleinen Insel, die man nur erreicht, indem man durch knietiefes Wasser watet und hofft, dass alle technische Geräte heil bleiben und man nicht von der nächsten mächtigen Welle mitgerissen wird. Im Tempel beträufelt man sein Haupt mit Wasser, trinkt aus der heiligen Quelle, bekommt nochmal eine Kelle Wasser über die Stirn und ein paar Reiskörner an die selbige und dazu noch eine Lotusblüte ins Haar und schon ist man gesegnet. Richtig in den Tempel kommt man aber trotzdem nicht, da nur Hindus der Zutritt gewährt wird. Trotzdem ein magisches Erlebnis.

Gesegnet lebt es sich gleich viel leichter.🙂

Ein Tempel im Wasser: Tanah Lot.

Unser nächstes Lager schlugen wir weiter östlich, in Candi Dasa auf. Hier wollten wir eigentlich einen Tauchkurs machen, doch die Preise waren ziemlich happig. Also besuchten wir stattdessen Besakih, den ältesten, größten und schönsten Tempel der Insel.

Ein Sarong für Anne...

...und einer für Marcus.

Seit dem Tauchgang am Great Barrier Reef waren wir begeistert von der Idee, einen Tauchschein zu machen. In Cairns selber war uns das jedoch viel zu teuer, weswegen wir den Plan auf Bali verschoben. Die ganze Insel, ihre Menschen und die Natur sind wunderschön, doch viel zu tun gibt es hier eigentlich nicht. So waren wir also wie besessen davon, einen guten Tauchkurs zu finden. In Amed, einem kleinen Dorf an der Ostküste, haben wir nach langem Suchen auch einen gefunden und verbrachten die nächsten drei Tage unter Wasser und mit der Nase im Lehrbuch. Tauchen lernen ist nicht schwer. Wenn man keine gesundheitlichen Beschwerden hat, ist es möglich, diesen Sport bis ins hohe Alter auszuüben. Im Gegenzug können es auch schon Kinder ab 10 Jahren erlernen. Wir waren sehr selbstbewusst, da der Tauchgang in Cairns ohne Probleme abgelaufen ist. Und wir hatten auch keinen Grund zur Sorge. Unser Lehrer oder sein Assistent haben uns stets begleitet und haben uns geholfen, wenn es doch mal nicht ganz rund lief. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir haben unseren Tauchschein und sind nun „Open Water Diver“, was bedeutet, dass es uns erlaubt ist, in freier Wildbahn 18m tief zu tauchen. YUHUU!

In Echt sieht das noch viel besser aus.

Uralte Kulturen schufen diese Strukturen... naja, eigentlich nicht. Sieht aber trotzdem faszinierend aus.

Rochen gibt's auch.

Wir als Taucher

Auf der Rückfahrt von Amed nach Kuta hielten wir noch an einem Vulkansee. Eigentlich wollten wir den Vulkan besteigen, doch die 5-Stunden-Aktion findet nur mitten in der Nacht statt, um den heißen Temperaturen zu entfliehen und auf über 3000m Höhe den Sonnenaufgang zu bewundern. Die Tage waren jedoch leider immer sehr bewölkt gewesen, so dass wir vom Sonnenaufgang nichts gesehen hätten.

Einer der schönen Vulkane der Insel

Und so sind wir nun zurück in Kuta und verbringen unsere letzten Stunden wie wir auch die ersten verbrachten: mit Rumtingeln in den unzähligen Geschäften. Jeder, der die Chance hat, hier einmal seinen Urlaub zu verleben, sollte es unbedingt tun. Angenehme bis furchtbar heiße 35°C versüßen den Tag und man begegnet so ziemlich jedem Tier mitten auf der Straße. Die Menschen sind freundlich und haben immer ein Lächeln im Gesicht. Um es mit den Worten von unserem guten Freund Mark aus Stanthorpe zu sagen: „God lives in Bali“.

Bali, wir werden Dich vermissen.

Liebste Grüße,
Anne + Marcus.

Von Broome zurück nach Perth (28. Juni bis 18. Juli 2010)

Hallo Ihr Lieben,

es ist soweit, der imaginäre Trommelwirbel wirbelt, das Publikum ist gespannt. Tadaa, unser letzter Tag in Australien ist angebrochen. Nach fast zehn Monaten verlassen wir heute um 17:40 Uhr Ortszeit diesen Kontinent und staten unsere kleine aber feine Asienreise. Erster Stopp: Bali. Doch zunächst nun unsere Erlebnisse der letzten Wochen.

In Broome haben wir zwei Tage lang auf ein besonderes Spektakel gewartet, das sich „The Staircase to the Moon“ nennt. Was sich anhört wie ein Jimi-Hendrix-Song ist in Wahrheit ein Naturereignis, das jeden Monat zwei Tage nach Vollmond auftritt. Denn zu dieser Zeit sind Erde, Sonne und Mond in einer besonderen Konstellation. Kurz nach Sonnenuntergang erscheint der Mond am Horizont blurot und geht über dem Ozean auf. Doch dank Ebbe ist das Wasser weit zurückgegangen und der Lichtschein des Mondes spiegelt sich im Watt. Lange Rede, kurzer Sinn:

Der Treppensteig zum Mond

Da hat sich das Warten doch gelohnt. Dann ging es weiter gen Südwesten. Wieder folgten wir endlosen Straßen umgeben von Wüste, Grasland und seltsamen Gesteinsformationen. Neben zahlreichen Kängurukadavern und Autowracks sieht man am Straßenrand (und mitten auf der Straße) unzähliges lebendes Getier. Kühe, Schafe, Ziegen, Kängurus, Wallabies, Kasuars, Emus, alle machen es sich an der Schnellstraße gemütlich. Die Highways dürft ihr euch aber auch nicht wie unsere Autobahnen vorstellen. Auf den einspurigen Straßen kommt einem vielleicht alle fünf Minuten ein Auto entgegen.

Ja, so einsam kann ees manchmal auf Australiens Straßen sein.

Selbst Manfred kann diese unerschrockenen Kühe nicht von der Straße jagen.

Was will man mehr?

Nach einer Nacht auf einem Parkplatz erreichten wir am nächsten Tag den Karijini Nationalpark. Nach der riesigen Enttäuschung vom Kakadu Nationalpark waren wir sehr skeptisch, denn auch Karijini hatten uns viele Menschen auf dem Weg empfohlen. Viele Sehenswürdigkeiten lagen am Rand einer 40km-langen Buckelpiste, die wir, um Manfred zu schonen, lieber außer Acht ließen. Doch durch eine Schlucht konnten wir wandern und es war wirklich wunderschön. Die zweistündige Tour führte uns erst hinab in die Schlucht, dann zu einem Pool an einem Ende und danach quer durch die Schlucht zu einem Wasserfall am anderen. Zwischendurch wateten wir durch eiskaltes Wasser und bewunderten die Natur.

Eine Oase inmitten einer Schlucht.

Hier waren einige Wanderer mehr als fleißig. Mitten im Dales Gorge trifft man auf diese Steinpyramiden.

Manch Wagemutige trauten sich sogar ins Wasser. Wir liefen lieber drumherum.

Unser nächster Halt hieß Coral Bay. Eigentlich gibt es dort nicht viel. Es ist ein winzig kleiner Ort am Indischen Ozean mit azurblauem klaren Wasser und einem weißen Sandstrand. Wir merkten, dass auch hier der Tourismus Einzug gehalten hatte, doch es war längst nich so schlimm wie an der Ostküste. Trotz der touristischen Überbevölkerung des winzigen Ortes blieb der Strand relativ leer. An Esperance kommt Coral Bay leider nicht ran, doch wir erkannten wieder, warum uns der Westen so viel besser gefällt. Wir nutzten die Zeit, um mal zu entspannen und ein paar Stunden auf der faulen Haut zu liegen. Trotz Winter waren es immer noch 25°C+. Anne schnorchelte auch ein wenig durch den Ozean, aber nur für etwa zehn Minuten. Danach kam sie schnell wieder herausgezittert. Trotz 25°C+ war das Wasser keineswegs warm oder gar angenehm. Doch was tut man nicht alles, um riesigen Fische und bunte Korallen zu sehen.

Entspannung pur im eiskalten Ozean.

Aber die nächste Touristenfalle wartete schon: Monkey Mia. Wie der Kakadu Nationalpark wird Monkey Mia in alle Büchern angepriesen und man hört nur Lobpreisungen über die Delfine, die täglich bis zum Strand kommen, wo sie von Touristen gefüttert werden. Das hätte uns eigentlich schon stutzig machen müssen. Die ganze Halbinsel um Shark Bay ist sogar als Weltnaturerbe klassifiziert. Wir fahren eine ewig lange Straße bis zum letzten Zipfel der Landzunge, wo statt dem Strand ein Kassierhäuschen auf uns wartet. „16$ bitte“, sagte die gelangweilte Dame mit feuchter Aussprache. Wir fragten, ob es denn heute überhaupt Delfine zu sehen gäbe. „Ja, äh, klar, die kommen immer mal wieder zwischen 8 und 12, so genau weiß ich das nicht, aber sie müssten jetzt gerade da sein“, gab sie sprühend zurück und Anne wünschte sich einen Scheibenwischer am Seitenfenster. Wir bezahlten also und rannten hinunter zum Strand, wo wir auch schon ein Knäuel von schuhlosen Touristen erblickten. Eine junge Dame gab durch ein Mikrofon wissenswerte Informationen über Delfine an die faszinierten Touris weiter, die nur auf die drei Delfine starrten, die um ihre Füße schwammen. Als wir schließlich ankamen, wurde gerade der letzte Fisch ausgehändigt und die Delfine tummelten sich zurück in die Weiten des Meeres. Die Frau am Mikrofon war etwas besser informiert als die Kassiererin und sagte, dass die Delfine Morgen früh wiederkämen und dass wir uns doch jetz bitte vom Strand entfernen sollten, damit die Delfine nich denken, es gäbe noch mehr Fisch. Wir haben 16$ bezahlt, um drei Delfine 30 Sekunden lang zu sehen. Der ganze Ort bestand nur aus einem riesigen Hotelgelände, so dass es nicht mal etwas anderes zu sehen gab. Eine Enttäuschung auf der ganzen Linie.

Das einzige Foto, das wir in Monkey Mia ergattern konnten.😦

Wir dachten, es könne nicht mehr schlimmer kommen. Die Halbinsel hatte noch ein wenig mehr zu bieten, unter anderem den Francois Perón Nationalpark, in dem es zwei riesige Wassertanks geben sollte, in denen man in 35°C heißem Wasser baden konnte. Das stellten wir uns recht spektakulär vor und ein Bad hatten wir sowieso mal wieder nötig. Wir quälten Manfred über 6km Buckelpiste, doch statt einem monströsen Wassertank begrüßte uns ein Informationsschild. Der Tank war nirgends am Horizont zu erblicken, also warfen wir einen Blick auf die Hinweistafel, um kurz darauf in schallendes Gelächter auszubrechen. Der Wassertank entpuppte sich als rostige Wanne, etwa hüfthoch und nicht größer als ein normaler Pool, den man im Garten stehen hat. Unter dem Foto stand etwa: „Nach einem harten Arbeitstag können sie sich bei einem Bad entspannen“, und die Menschen auf dem Foto grinsten uns euphorisch an, als wenn sie sagen wollten: „Das ist der beste Pool, den ich je gesehen habe“. Wir mussten uns so schütteln vor Lachen, dass wir glatt vergessen haben, ein Foto von diesem lächerlichen Ding zu machen.

Hatte Shark Bay wirklich etwas zu bieten? Wir waren skeptisch und fuhren weiter zum Shell Beach. Dieser Strand war aber in der Tat beeindrucken, den er bestand nur aus Muscheln. Bis zum Horizont zog sich der Strand, auf dem kein einziges Sandkorn zu finden war. An manchen Stellen waren die Muscheln so hart zusammengepresst, dass man Blöcke herausschneiden und sie als Baumaterial verwenden konnte.

Ein Mann auf Muscheln.

Doch das schönste auf der Halbinsel waren ein paar tote Steine im Meer. Und das sollte euch eigentlich schon genug über unsere Meinung über Shark Bay verraten. Bei Ebbe konnte man im Wasser so genannte „Stromatolithen“ sehen. Diese Steine sind urzeitliche Lebensformen, die schon vor Jahrmillionen existiert haben und wahrscheinlich wesentlich dazu beigetragen haben, dass der Mensch sich entwickeln konnte. Sehr faszinierend.

Faszinierende Urzeitwesen - oder einfach nur Steine?

Unser letzer Tourispot vor Perth waren die Pinnacles oder eine Wüste voll seltsamer Gesteinsformationen. Viel mehr kann man dazu auch eigentlich nicht sagen.🙂

Marcus kriegt ihn einfach nicht hoch - diesen Stein.😉

Und Manfred war auch mit von der Partie.

Vor zwei Wochen hatten wir es dann geschafft: Wir sind einmal um den ganzen Kontinent rum mit einem kleinen Abstecher ins Zentrum. Das waren für den Manfred an die 21 000 km. Dies hat uns schon etwas mit Stolz erfüllt, denn soviele Menschen hätten nicht gegleubt, daß unser (meist) treuer Gefährt uns so weit bringen würde.

In Perth angekommen konnten wir wieder eine Couch bei unserem alten Couchsurfinggastgeber und Freund Maciej ergattern. Der erste Abend wurde auch gleich feuchtfröhlich gefeiert (und Deutschland spielte gegen Argentinien). Der nächste Tag wurde dann doch eher zum Ausruhen und Ausnüchtern genutzt.

Schließlich hingen wir wieder unser Angebot für Manfred aus und erhofften uns einige Interessenten. Um die Wartezeit zu verschönern, haben wir nochmal einige Tage bei John und Mandy auf der Kängurufarm verbracht. Mit Erstaunen sahen wir Peter Emu, der heute fast so groß wie Anne ist und ziemlich beeindruckend aussieht. Aber lieb ist er immernoch geblieben und begleitet einen auch noch, wenn man einen Spaziergang macht. Das kann im ersten Moment etwas erschreckend aussehen, weil Peter wie ein Irrer hinter einem hersprintet und man erst denkt, er will einen umrennen.

Anne mit dem nach ihr benannten Kängurubaby Anny.

Auch Lämmer brauchen ihre tägliche Portion Bier. Sie heißt übrigens Roberto. Benannt nach Roberto Blanco.

Peter acht Monate später. Und er wird noch größer.

Einen kurzen Abstecher nach Albany gab es ebenfalls. In dieser Stadt hat sich aber nicht viel getan. Ganz im Gegenteil, das Wetter war sogar genauso schlecht wie vor gut 9 Monaten.

Zurück in Perth gab es nochmal eine Party für Maciej, weil er Perth verlässt (und uns hoffentlich nächstes Jahr besuchen wird). Und sogar Ikumi, unsere Freundin aus Japan, die wir in Albany kennen gelernt hatten, war mit von der Partie und feierte mit uns unseren letzten Abend in Australien.

Das Motto war 'Verrückte Hüte'🙂

Auch nach mehrmaligen Runtersetzen des Preises konnte sich niemand für Manfred begeistern. Wir konnten ihn aber bei Freunden unterbringen, die sich nun um den Verkauf kümmern. Etwas traurig waren wir schon, ihn da einfach stehenzulassen, schließlich war er die letzten 8 Monate unser Zuhuase.😦

Auf Wiedersehen lieber Manfred. Du wirst uns fehlen.

Das war es also in Australien. Mit etwas Wehmut verlassen wir nun diesen wunderschönen Kontinent, der uns ans Herz gewachsen ist und uns mittlerweile wie eine zweite Heimat vorkommt. Wir werden die undendlichen Weiten des Busches vermissen sowie die netten Einwohner. Danke an alle, die uns dort die Zeit verschönert haben.

In Asien werden wir wahrscheinlich nur über Internet erreichbar sein, also schreibt alle fleißig.🙂

Gruß
Marcs & Anne

Von Cairns über Alice Springs nach Darwin und jetzt in Broome (4. bis 27. Juni 2010)

Hallo ihr Lieben,

eigentlich sollte ja Cairns unsere letzte Station mit Manfred sein. Er sollte dort verkauft werden und wir wollten weiter mit Bus und Flugzeug. Eine wichtige Lektion auf unserer Reise ist, dass sich Pläne fast immer ändern. Und so wurde aus der Manfredverkaufsaktion schließlich eine Weiterreise von nochmals 2500km bis nach Darwin. Was dabei auf unserem Weg lag, habt ihr ja schon in unserem letzten Mini-Blogartikel gesehen. Das Wahrzeichen des Outbacks, der Ayers Rock oder Uluru, wie er in Australien genannt wird. Eigentlich lag der große rote Stein in der Wüste nicht wirklich auf dem Weg. Um dorthin zu gelangen machten wir einen Umweg in den Süden von weiteren 3000km. Ein Klacks sagt ihr, eine Entfernung von Berlin bis nach Jerusalem sagen wir!
Wir wurden schon über unser Vorhaben belächelt, Cairns zu erreichen. Als wir uns darüber klar wurden, dass der Automarkt in Cairns einfach zu überlaufen ist, wir Manfred nicht losbekommen und also über die Wüste weiter zur nächsten Großstadt Darwin fahren würden, fielen Sätze wie „Ihr seid aber ganz schön mutig“ oder „Haa-haa!“.

Die letzten Tage in Cairns verbrachten wir im Wasser. Wir fuhren zu einem nahegelegenen Kaskaden-Wasserfall und machten es uns im natürlichen Pool gemütlich. Über die Temperatur des Wassers sollen hier keine weiteren Worte verloren werden.

Baden am Wasserfall... herlich kalt.

Einen Tag später wagten wir uns in die Tiefen des Ozeans vor – ans Outer Great Barrier Reef. Das Schnorcheln hatten wir ja schon hinter uns, also musste was Aufregenderes her: SCUBA-Diving oder einfach: Tauchen. Die zweistündige Fahrt raus aufs Meer war wild. Einige abgebrühte Begleiter lasen gemütlich ihren Tolstoj weiter, die anderen griffen lieber zur Tüte. Uns erging es zum Glück nicht schlimm. Ein starrer Blick auf die Weiten des Meeres ist schon eine großartige Ablenkung und wir überstanden den Ritt unbeschadet. Am Ziel angekommen, zwängten wir uns zunächst in die uns schon vertrauten, modisch hochmodernen Taucheranzüge. Danach bekamen wir gefühlte 30kg Ausrüstung an den Körper geschnallt: Flossen, Brille, Gewichtgürtel und Sauerstoffflaschen. Am Rande des Bootes sagte unser Lehrer: „Jetzt steht auf, Blick zum Horizont und macht einen großen Schritt nach vorne. Wer will als erstes?“ Wir schauten uns gegenseitig an. Wir schauten das kleine japanische Pärchen neben uns an. Jeder fummelte nervös mit seinem Schnorchel und schaute ganz angestrengt woanders hin. Der Lehrer kannte das schon und wählte den Japaner aus. Aufstehen und einen Meter vorwärts laufen war schon eine Herausforderung, doch wir landeten schließlich alle im Wasser. Es gab ein paar einführende Worte und dann gings ab in die Tiefen des Meeres. Ein atemberaubendes Gefühl. Die Stille, die Fische, die Korallen, 12m Wasser über uns – so hatten wir den Ozean noch nicht gesehen. Doch erst beim nachträglichen Schnorcheln kamen wir auf Tuchfühlung mit einer Schildkröte und einem Hai. Was für ein Tag!

Doch nach fast 10 Tagen in Cairns fiel uns schon die Decke auf den Kopf. Wir halten es nicht mehr lange an einem Ort aus. Der Travel-Bug (übersetzt: der Weiterreisekäfer) hat uns fest in seinem Griff. Bewegung muss her! Also auf die Straße. Wir wagten also den Ritt von Cairns bis zum Uluru. Auf so einer langen Strecke kann es schon mal vorkommen, dass man tagelang keinen Handyempfang hat und das Tagesvorhaben darin besteht, die nächste Raststätte zu erreichen. Das war die Wüste, das war das Outback. So wie man sich Australien immer vorgestellt hat. Wir waren begeistert. Fünf Tage brauchten wir für die knapp 3000km und in diesen fünf Tagen sahen wir nicht viel mehr als Wüste, Steppe, Grasland, Buschland, Bäume, Steine und natürlich endlos lange Straßen. Wir konnten uns nicht satt sehen an diesem für deutsche Verhältnisse so ungewöhnlichen Anblick.

Outbackstraße bei Tag...

...und mit Sonnenuntergang.

Und so zeigte sich auch der richtige Winter Australiens. In Cairns zitterten die Bewohner schon bei 25 Grad mit der Unterlippe. „Recht kühl heute, was?“ war der Kommentar eines Aussies. Selbst im Winter sinkt die Temperatur im Norden meist nicht unter 30 Grad. In der Wüste hingegen mussten wir unsere langen Schlafhosen wieder rausholen, die uns in Stanthorpe schon so gute Dienste geleistet hatten. Vergesst all die Märchen, dass man Down Under nur viel Sonnencreme und sonst nichts braucht. Nicht zur Winterszeit im Juni. Packt eure Pudelmützen ein, es geht nach Australien.

Wenn ein ganzer Ort auf ein Photo passt, dann weiß man - hier bin ich im Outback.

Auch typisch fürs Outback: manche Orte werben mit skurrilen Themen, wie hier Wycleff Well und seinem UFO-Center.

Frost am Manfred...in Australien. Sowas aber auch.

In der Großstadt des Outbacks, Alice Springs, macht wir nur einen kurzen Stopp. Wir hatten uns schon so an das „Leben auf der Straße“ gewöhnt, dass wir mit einer Stadt nicht viel anfangen konnten. Am nächsten Tag ging es also weiter zum Uluru. Wir kamen auch pünktlich zum Sonnenuntergang an, doch der riesige Felsen blieb wegen der vielen Wolken an diesem Abend leider farblos.

Kein Problem, dann stehen wir eben früh auf. Gesagt, getan. Am nächsten Morgen standen wir vor Sonnenaufgang auf und machten uns mit hundert anderen Touristen auf den Weg. Im Nationalpark startete ein schieres Wettrennen um die besten Plätze, Manfred blieb in seinem morgendlichen Tempo. Die Sonne rennt schließlich nicht weg. Und der Stein schon gar nicht. Auf der Beobachtungsplattform angekommen, war noch überall sehr viel Platz, obwohl schon so einige Menschenscharen aus ihren klimatisierten Bussen gescheucht worden sind. Nicht ohne eine Tasse Kaffee versteht sich. Es hatte gefühlte 5 Grad und so zitterten wir uns bis zum Sonnenaufgang. Der Himmel war wolkenlos und alle hielten die Kamera im Anschlag, bereit, den Berg tot zu knipsen. Und dann – die Resignation. Zwei Ecken funkelten rot, der Rest des Ulurus blieb aufgrund seiner Beschaffenheit im Dunkeln. Das soll es jetzt gewesen sein? Wir waren etwas enttäuscht. Das klang in den Reiseführern immer etwas spektakulärer. Steckte da eine riesige Touristenfalle dahinter und wurden alle Besucher am Ende bestochen, damit sie Zuhause von ihren Erlebnissen im Uluru Nationalpark schwärmten? Wir ließen uns den Mut nicht nehmen und starteten unser Wanderprogramm für diesen Tag.

Wie wir feststellen mussten, ist der Uluru schon lange kein Geheimtip mehr.

Wir zwängten uns in unsere noch in Deutschland gekauften Wanderschuhe, die während der Monate im Manfred geschrumpft zu sein schienen. Macht nichts, geht schon! Wir bezwangen den 10km-langen Wanderweg rund um den Uluru in drei Stunden und mit blasigen Füßen. Die Schuhe wurden sofort zurück ins Auto verbannt und seitdem nicht mehr angerührt. Der Weg hinauf auf den Uluru war wegen zu starker Winde geschlossen, doch hätten wir den Stein sowieso nicht beklettern wollen. Die Aboriginies, die den Uluru verehren, fühlen sich für jedes Leben in dessen Umgebung verantwortlich. Sollten sich Menschen bei der Besteigung verletzen oder gar sterben, verfällt der gesamte Stamm in Trauer. Zudem ist der Berg heilig und jeder wird gebeten, nicht hinaufzusteigen.

Die Sonne mag den Eindruck erwecken, es wäre warm. IST ES ABER NICHT!

Nach einem Schuhwechsel ging es weiter nach Kata Tjuta. Diese Felsformationen stehen auf dem Bekanntheitsgrad im Schatten des Uluru, doch sind sie nicht weniger spektakulär. Hier wanderten wir weitere 5km durch Schluchten und an meterhohen Felswänden entlang. Am Ende des Tages gaben wir diesem Sonnenspektakel noch eine Chance. Der Himmel war noch immer wolkenlos und so machten wir es uns mit unseren Campingstühlen und einer schönen Fertigsuppe vor dem Stein bequem. Unsere Erwartungen waren noch immer hoch, wollten wir unser eigenen Verschwörungstheorie doch noch nicht viel Glauben schenken. Und dann war es endlich soweit: Die Sonne ging unter und ließ diesen Fels mitten im Nirgendwo in allen mögliche Rottönen erstrahlen. Einfach magisch und wunderschön!

Nicht weniger beeindruckend: Kata Tjuta

Wir am Uluru🙂

Die 15km vom Vortag konnten uns nichts anhaben. Am nächsten Tag ging es also gleich weiter zum Kings Canyon. Hier wanderten wir weitere 6km. Erst steile Felstreppen hinauf und dann einmal um die Schlucht herum. Wir wurden mit fantastischen Ausblicken und furchtbar schmerzenden Oberschenkeln belohnt.

Der kleine Mann am Abgrund ist uns doch bekannt.

Die Wüste wurde uns allmählich zu kalt. Auf in den tropischen Norden! Die Temperaturunterschiede waren gewaltig. Hatten wir in Alice Springs in der Nacht schon Frost am Autofenster, sehnten wir uns in Katherine stetig nach einer Dusche und einem Eiskaffee.

Endlich kann man wieder im T-Shirt und mit offenen Haaren rumlaufen.

Zwischen Katherine und Darwin lag noch einer der Tourie Hot Spots schlechthin: der Kakadu Nationalpark. Was hatten wir nicht alles von diesem Park gehört. Es solle angeblich der schönste in Australien sein. Ein absolutes Muss für jeden Reisenden. Wir fahren also hin. Am Eingang begrüßt uns eine leicht deplatziert scheinende Gestalt. „Oh, und was kann ich für euch tun?“, fragt ein verwirrt wirkender Herr in bester Kiffermanier. „Ach, ihr wollt in den Park?“, rät er drauf los. Der Mann ist vom Fach, das merken wir gleich. Er kassiert also und wirft einen Blick nach draußen. „Ist DAS euer Auto?….höhöhö“. Er sagte, damit kämen wir aber nicht auf die nur für Allradantrieb geeigneten Straßen, aber die wären sowieso geschlossen. Gut zu wissen. Bloß raus hier. Es gab schließlich noch genug andere Plätze, die wir mit Manfred erkunden konnten. Dachten wir. Wir waren ja in der Trockenzeit hier, wo nix mehr überschwemmt sein kann. Dachten wir. Fakt war, es war noch nicht ganz Trockenzeit und so waren jegliche Plätze, die auch nur irgendwie interessant waren, auch noch nicht ganz wieder trocken und damit gesperrt. Meistens sahen wir also statt einmaliger Natur und wilden Tieren nur diese Warnschilder:

Von diesen Schildern sahen wir etwa 20 im Kakadupark...so ein Mist😦

Alles in allem waren wir von diesem Park doch ziemlich enttäuscht. Und dafür wird auch noch Eintritt verlangt. Das Wort Tourismusabzockerpark ging uns durch den Kopf und so waren wir eigentlich froh wieder weiterfahren zu können. Wir erreichten unser Zwischenziel: Darwin. Hier blieben wir drei Tage, was uns eigentlich schon zu lange war, aber ein alter Freund aus Albany (lang ists her) musste getroffen werden und ein WM-Spiel (Nordkorea gegen Portugal) im Pub musste auch mal sein.

Langsam werden wir auch etwas „australienmüde“. Keine Frage, von den schönen Landschaften und der Weite des Kontinents geht immer noch eine Faszination aus, aber die Städte hier ähneln sich immer mehr: Woolworths mit einem Kreisverkehr dran, plus McDonalds.

Doch das letzte Stück wollen wir mit Manfred noch schaffen bis zurück nach Perth, wo alles vor etwa 9 Monaten anfing. Wie schnell die Zeit vergeht. Und allzu langweilig ist es noch nicht, dafür sorgen kleine Zwischenfälle, als uns z.B. kurz vor der Grenze zwischen dem Northern Territory und Westaustralien das Bett zusammenkrachte… Schon seit einigen Wochen ist unser Bett etwas verzogen (Spanholzplatte sei Dank😦 ) und nun hat es der Mittelpfeiler doch endlich geschafft das Bett zu durchlöchern.

Die Laune war zerknirscht. Ok, also erstmal den nächsten größeren Ort erreichen. Auf dem Weg dahin das nächste Ding: Ein Roadtrain (das ist ein 53 Meter langer LKW) hat es doch endlich nach über 15 000 km geschafft, beim Vorbeifahren Geröll gegen unsere Windschutzscheibe zu schleudern und einen riesigen Steinschlag zu hinterlassen, bei dem selbst Carglass kommentarlos auf dem Absatz wieder Kehrt machen würde. Das Gebrüll von Marcus war bestimmt bis Berlin zu hören.

Ok, erstmal sortieren. Wir mussten erstmal einen Baumarkt suchen, den wir auch in Kununurra fanden. Schnurrstracks ein neues (und diesmal stabileres) Bettchen zusammengebastelt und ab zum nächsten Ratsplatz Nudeln kochen und ein Bierchen auf diesen Pechtag geschlürft. Bloß diesen Tag hinter uns bringen.

Weiter ging es nach Broome, auf dem Weg wieder schöne Landschaften (die Kimberleys) und Howard Carpendale im Player (Anne kann schon fast den Text von Ti Armo auswendig). In Broome wieder die Eintönigkeit der australischen Städte festgestellt, dafür gibt es das älteste Freiluftkino der Welt mitsamt Fledermäusen, die vor, und Flugzeugen, die knapp über die Leinwand flogen. Vom Film Toy Story 3 können wir nur abraten, wer auf keinen Fall lachen will.

Heute, Sonntag, erwarten wir noch ein weiteres Mondspektakel (gestern gab es hier bereits eine partielle Mondfinsternis), das sogenannten Staircase to the Moon. Davon berichten wir dann nächstes Mal mit Bildmaterial. Achja und natürlich lassen wir uns das WM-Spiel gegen England nicht entgehen🙂

Also bis denne

Anne & Marcus

Strand, Palmen und ein schöner Sonnenuntergang lassen die schlechte Laune verfliegen.

Na wo sind sie denn?

Hallo liebe Mitleser,

dies hier wird wohl einer der kürzesten Blogartikel sein, denn ein Bild sagt mehr als Tausend Worte:

Manfred am Uluru!

Nur kurz: Wir sind im Moment in Darwin und es soll weiter nach Perth gehen mit Manfred. Ein ausführlicher Bericht (und wahrscheinlich auch der letzte aus Australien) folgt dann, wenn wir dort angekommen sind.

Gruß
Anne & Marcus

Unterwegs von der Fraser Coast bis Cairns (16. Mai bis 3. Juni 2010)

Hallo ihr Lieben,

Fraser Island liegt nun wieder über zwei Wochen hinter uns und wir haben wieder viel erlebt.

Es hieß, den letzten Rest der Ostküste zu befahren bis zu unserem Ziel: Cairns. Als wir Manfred vor einem halben Jahr kauften, sagten wir: „Wir fahren Richtung Cairns“. Viele haben uns belächelt, wollten wahrscheinlich schon Wetten abschließen. Uns war von Anfang an klar, Manfred ist kein Ferrari und wir sind mehr als einmal stehen geblieben und abgeschleppt worden. Doch das gehört mit zum Abenteuer. Sagen wir uns. Sonst wär es ja langweilig. Also wagten wir den Trip und stellten uns jeder Gefahr und jeder kaputten Wasserpumpe – und erreichten unser Ziel und zeigten es allen Skeptikern. Dieser Blog fasst die letzten Kilometer zusammen, die wir mit Manfred bestritten haben.

Die Ostküste unterscheidet sich extrem vom Westen des Landes und wir bedauern alle Backpacker, die sich entscheiden, nur diesen Teil des Landes zu erkunden. Natürlich, hier gibt es ein paar einmalige Inseln und Nationalparks und Sydney allein lässt einen tagelang mit offenem Mund dastehen und einfach nur staunen. Doch der Westen hat eine so atemberaubende Natur, völlig verlassene Strände und einfach ein anderes Tempo. Und wir haben nur einen kleinen Teil von WA gesehen. Warum erzählen wir euch das? Damit ihr die Langeweile versteht, die wir empfanden, als wir uns von Fraser Island auf gen Norden machten und in einem ewigen Déjà-Vu schwebten. Noosa sieht aus wie Hervey Bay, Bundaberg sieht aus wie Rockhampton sieht aus wie Mackay sieht aus wie Townsville. Der Zugang zu einigen Nationalparks blieb uns aufgrund von für Manfred unbefahrbaren Buschstraßen verwehrt. Also immer weiter an der Küste entlang.

Damit der Intellekt nicht auf der Strecke bleibt, besuchten wir in Hervey Bay ein Museum. Und was für eins! Vic Hislop’s Shark Expo! Herr Hislop hat es sich in den 80er Jahren zur Aufgabe gemacht, die Welt ein Stück sicherer zu machen und viele Menschenleben zu retten, indem er Haie fing und abschlachtete. Der Weiße Hai sei eine Bedrohung für uns und für die Meerestiere, die wir so lieben, also muss er sterben. Ja ganz richtig, Herr Hislop wollte eine ganze Spezies ausrotten! Die Austellung, die unter anderem drei tiefgefrorene Weiße Haie bereithielt, hätte einseitiger nicht sein können. Diverse Zeitungsartikel von gefressenen Menschen wechselten sich mit sehr expliziten Bildern ab, auf denen Hislop seine ausgeschlachtete Beute präsentierte. Schaut euch diesen armen halbverdauten Delfin an, er wurde Opfer des Weißen Hais. Vic war sehr stolz auf seine Arbeit, bis ihm das Gesetz einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Es wäre jetzt verboten, Haie zu fangen. Armer Vic.

Die seriöse Aufmachung des Museums hat uns tief beeindruckt und neugierig gemacht

In Bundaberg war der Himmel grau und die Burger groß. Wir machten einen obligatorischen Stop bei McDonalds für ein wenig Internet – natürlich ist der griff zum nächsten Menü nicht weit. Bundaberg ist eigentlich nur bekannt für Rum. Bundaberg Rum. Ansonsten haben wir von vielen Seiten gehört, dass die Stadt sehr backpackerfeindlich sein soll. Wir wollten sowieso nicht bleiben. Wir klingelten bei Joy & Des durch, einem neuseeländischen Pärchen, mit dem wir zusammen auf der Paprikafarm gearbeitet haben. Sie waren schon 250km weiter nördlich auf einem freien Campingplatz. Wir hatten sowieso nichts zu tun und so machten wir uns auf zu weiteren 3 1/2 Stunden Fahrt – unserer ersten richtigen Fahrt mit Manfred in der Dunkelheit. Es verlief alles ohne Probleme, bis wir die richtige Abfahrt suchten. Wir fanden ein Schild mit der uns beschriebenen Aufschrift – es war ein Holzschild, die Farbe halb abgeblättert, festgenagelt an einen Baum. Und dahinter befand sich grenzenloser Busch. Wir fuhren dreimal hin und her, doch wir entdeckten keine Straße. Lockten uns die Neuseeländer in eine Falle? Würden aus dem Gebüsch gleich trainierte Wombats auf uns losgehen und unser Hab ung Gut stehlen? Davon hört man ja öfters. Doch nein, es war nur das falsche Schild. Fünf Kilometer weiter kam das richtige, mit der gleichen Aufschrift, doch mit einer richtigen Abfahrt dahinter. Wir verbrachten einen schönen Abend und Morgen mit den Beiden.

'Kiwis' beim Frühstück und Anne

Eine lange Fahrt lag vor uns, auf der wir so gut wie keine Stopps machten.Unsere Ruhestätte schlugen wir spontan in Carmilla Beach auf, doch nicht ohne vorher im Sand stecken zu bleiben. Am Strand von Carmilla gibt es einen entlegenen Zeltplatz, der eigentlich nur aus Sand und unglaublich stinkenden Toiletten besteht. Als wir am Abend eintrafen, schauten wir schon beunruhigt auf den tiefen Sand und wünschten uns einen Allradantrieb. Wir fanden aber doch einen Platz, der für Manfred passierbar war. Wir standen als da und eigentlich hätten wir es uns gleich gemütlich machen können, doch Marcus meinte: „Ich glaub, ich park lieber andersrum“. Also ab in den Rückwärtsgang und eine Runde fahren. Ganz einfach! Doch um unsere drei Quadratmeter flachen Sandes befand sich wohl nur Treibsand und so steckten wir nach ein paar Sekunden fest. Toll. Nix mit Sonnenuntergang am Strand, wir schaufeln lieber Sand und das nach einem ganzen Tag auf der Straße. Entspannung pur. Manfreds Räder drehten durch, ein Australier mit seinem großen 4WD schaute schon amüsiert. Es ging nur langsam voran – oder eher zurück, doch irgendwann standen wir wieder auf unserem alten Platz. Jetzt aber Motor aus und Ruhe!

Manfred steckt fest und Anne muss mal wieder alles richten.

Doch wir waren noch lange nicht in Cairns. Kurz vor Airlie Beach – nach Fraser Island unser nächster großer Stopp – wagten wir uns doch in einen Nationalpark und bewunderten mal wieder die Natur.

Halbnacker Mann am Riff... malerisch.

Airlie Beach ist wie Byron Bay und Nimbin eine Backpacker-Hochburg, doch sehr klein. Der sonnige Küstenort besteht eigentlich nur aus einer langen Straße voll Touristenbüros, in denen ahnungslosen Reisenden Segeltörns um die Inselgruppe der Whitsundays aufgeschwatzt werden. Was wollten wir hier? Genau! Einen Segeltörn machen!
Mit neun anderen Reisenden ging es für zwei Tage und zwei Nächte auf die „Prima“. Mit dem Wetter hatten wir Glück, am ersten Tag Sonnenschein, aber am zweiten Tag bewölkt. Wir strandeten für zwei Stunden am Whitehaven Beach, der aufgrund der Wolken leider nicht so weiß war. Doch trotzdem schön.

Was an Platz in der Koje fehlte....

...hatte man dafür auf dem Oberdeck.

Auf einem Segelboot zu leben ist….speziell. Allgemein hat man nicht viel Platz. Die Toilette, deren Spülung man aufgrund des Abflusssytems mindestens 15 Sekunden lang drücken musste, was mitten in der Nacht jeden einzelnen Passagier aus dem Schlaf holte, war gleichzeitig die Dusche und allein sich in diesem Raum zu drehen wurde schon zur Akrobatik. Wegen des ständigen Schaukelns wurde die Dusche in den zwei Tagen sowieso von niemandem angerührt. Die Bewegungen des Bootes machten jede Handlung – besonders das Eingießen von Getränken – zur Herausforderung und eigentlich fühlte es sich an, als wäre man 24 Stunden am Tag betrunken. Doch, wo bleibt denn auch sonst der Spaß?

Aber bei all dem Geschaukel gab’s natürlich auch viele einzigartige Momente. Delfine direkt neben dem Boot, das Füttern eines Seeadlers und natürlich Schnorcheln am Great Barrier Reef. Leider waren viele Korallen schon tot und die Umgebung war nicht so farbenfroh wie man es immer im Fernsehen sieht. Die Whitsundays ragen als riesige Waldberge aus dem Ozean hervor und so verbrachten wir die meiste Zeit an Deck und schauten hinaus in die Weiten.

Dort konnte man es sich in der Sonne gutgehen lassen...

...und wer Lust hatte, zwängte sich in einen Schwimmanzug und ging schnorcheln.

Die zwei Tage vergingen wie im Flug und so fanden wir uns blitzschnell auf dem Festland wieder. Und so ging es auf die letzte Etappe auf Richtung Norden, auf Richtung Cairns. Am Wegesrand fanden wir wieder „große Dinger“, die Marcus vor Freude aufschreien ließen.

Und weiter gehts mit der Sammlung: Riesenmango

...Riesenkrabbe...

Am ersten Tag nahmen wir uns wieder eine Manfred-Tagestour von 350km vor und zielten den Paluma Range Nationalpark als unser Ziel an. Nur blöd, dass der eingezeichnete Zeltplatz wohl anscheinend in einem schwarzen Loch verschwunden war und wir uns auf einem Rastplatz wiederfanden, auf dem ein Schild stand, auf dem die Worte „No Camping allowed““ („Wehe ihr schlagt hier euer Lager auf, sonst kommen unsere trainierten Wombats“) prangten. Es war bereits dunkel und die letzten 12km hatten wir auf einer unbeleuchteten Bergstraße zurückgelegt, die Anne zunehmend Angst machte und Marcus in Rage versetzte, war er doch schon 338km gefahren und wollte er doch nur seine verdiente Schüssel Nudeln mit Dosenfutter verspeisen. Wir übernachteten also auf dem Parkplatz und kein Ranger störte unsere Nachtruhe. Der 30m entfernte Wasserfall rauschte uns in den Schlaf.

Das Rauschen des Wasserfalls, die Natur und überhaupt ließen Marcus hypnotisch werden.

Unser Touri-Ausflug für den nächsten Tag führte uns zu den Wallaman Falls – dem, laut unserem acht Jahre alten Reiseführer, größten Wasserfall Australiens. Die Fahrt führte uns über bergige Straßen durch einen riesigen Regenwald. Faszinierend. Der Wasserfall war so hoch, dass er in die Wolken reinzufallen schien.

Der Wasserfall ist so groß, daß er von OBEN in die Wolken fällt.

Soviel Rumgefahre macht Lust auf ein bisschen Aktivität und so machten wir in Mission Beach – einem weiteren Lieblingsort der Backpacker – einen kleinen Spaziergang am Strand. In der Stadt fanden wir außerdem einen großen Kasovar, ein Laufvogel, der aussieht wie aus Dinosaurierzeiten.

Mission Beach's Halbnackedeiolympiade. Einziger Teilnehmer: Marcus.

...Riesenkasowar...oder wie das auch immer geschrieben wird.

Wir fuhren weiter zum so genannten Paronella Park. José Paronella baute in den 40ern an diesem Fleckchen Erde direkt neben einem Wasserfall ein Schloss und einen botanischen Garten drumherum. Da das Schloss seit Jahrzehnten unbewohnt ist, sind die Teile des Schlosses selbst schon ein Teil des Gartens geworden und alles ist mit Pflanzen und Moos überwuchert. Außerdem fanden wir in einem dunklen Tunnel viele winzige Fledermäuse, die sich, wie wir erfuhren, von Mücken ernähren. Herrlich!

Deckenmäuse im Tunnel der Liebe.

Urwald ohne Treppenlift.

Es wurde schon später, doch wir wollten unser Ziel wohl noch ein wenig hinauszögern, den Tag noch voll ausnutzen, und so nahmen wir nochmals eine 30km lange Bergetappe auf uns, um den Cathedral Fig Tree, einen großen Feigenbaum, zu sehen. Die Straße wand sich hinauf, man befand sich ständig in einer Kurve und wir suchten schon nach Spucktüten an Bord. Wenn das nicht der größte Baum ist, den wir je gesehen haben, dann….warum zum Teufeln machen wir das? Doch wir wurden nicht enttäuscht. Diese Feige ist so groß, dass in seiner Krone zwei Fußballfelder Platz hätten. Jetzt stellt euch das erstmal vor und dann stellt euch das Gefühl vor, vor so einem Monstrum zu stehen. Wahnsinn!

Fakt des Tages: Fig Tree ist der englische Ausdruck für Feigenbaum. Für alle die es interessiert.

Doch auch dieser Tag neigte sich dem Ende und als wir die 2.376.957 Kurven ein zweites Mal hinter uns ließen lag vor uns die Stadt Cairns in 25km Entfernung. Wir landeten in einem Caravanpark und wurden schon wehmütig. Dies soll also das Ende unserer Reise mit Manfred sein? Wir hatten ihn doch gerade erst gekauft. Nach einem Entspannungstag ging es dann aber doch noch mal auf die Straße. Wir fuhren 120km weiter nördlich zum Cape Tribulation, einem Regenwaldgebiet, dass man nur mit einer Kabelfähre erreicht. Auch hier genossen wir die Natur auf einem kurzen Spaziergang.

Der Regenwald wird langsam unser ständiger Begleiter.

Nach diesem Tagesausflug hieß es, Nägel mit Köpfen machen. Wir bastelten einen Flyer mit unserem Angebot für Manfred und hängten ihn in diversen Hostels auf. Das ist nun vier Tage her. Wir schrubbten Manfred auf Hochglanz und wurden wieder kreativ.

Manfreds Front vorher: IIIIIIIHHHHHHHHHHHHHH!

Manfreds Front nachher: AAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHH mit Gecko.

Es freut uns außerdem zu hören, dass schon viele Postkarten ihren Weg in die Briefkästen Berlins geschafft haben und hoffen, dass alle Teile gefunden werden.😉

21 Karten haben es endlich in den Briefkasten geschafft.

Liebste Grüße aus Cairns,
Anne und Marcus.

Wieder auf Reisen – Nimbin, Brisbane, Fraser Island (2. bis 15.Mai 2010)

Hallo liebe Mitleser,

„Back on the Road“ heißt auch wieder mehr sehen und erleben. Deswegen gibt es mal wieder einen Blog.

An unserem ersten Wochenende zurück in den Ferien hieß unser erstes Ziel Nimbin, ein kleiner Ort, der von Hippiementalität und lässigem Lebensstil geprägt ist. Zu dieser Zeit fand dort auch noch das Mardigras Festival statt, bei dem um die Legalisierung von irgendwelchen Substanzen (genauer kennen wir uns da nun auch nicht aus) geworben wird.

Bunt, bunter, Nimbin.

So lässt es sich leben mitten in einem tropischen Paradies.

Weiter ging es nach Byron Bay, eines DER Ziele für Backpacker, wie man uns sagte. Naja, wir fanden es nun nicht so spannend, noch dazu hat es wie aus Eimern geregnet. Nach einer Nacht fuhren wir die Gold Coast entlang, die uns auch eher an Mallorca mit seinen Bettenburgen erinnerte.
Wir übernachteten in Helensvale, um uns einen Tag im „Warner Brothers Movie World Park“ (was für ein Name) gutgehen zu lassen.

I get you out of here. Fast. Superman fast!

...und das Wasser war arschkalt!

Und endlich kamen wir wieder in eine Großstadt, die uns wieder besser gefiel: Brisbane. Wir erkundeten die Stadt, seinen botanischen Garten, waren im Kino und schliefen am Wasser. Einfach mal eine herrliche Abwechslung vom Dorfleben. Danach ging es weiter und wir mussten die Zeit etwas totschlagen, weil wir uns mit Freunden erst zum Wochenende treffen wollten. Also schauten wir mal wieder nach den „Big Things“ und wurden auch fündig. Marcus‘ Sammlung ist wieder gewachsen🙂

Die Sammlung...

...wird...

...immer größer!

Letzten Donnerstag trafen wir uns dann also mit besagten Freunden. Wir mieteten uns gemeinsam einen 4WD (Vierradantriebsautomobil) und fuhren rüber nach Fraser Island, um direkt am Strand langzufahren und die Insel zu genießen.

Unser Manfredersatz für Fraser Island.

Die Jungs lassen es sich im Birrabeen See gutgehen.

Todesmutig erkundeten wir Schiffswracks, die von Dingos bewacht wurden.

Und so sind die letzten zwei Wochen wie im Flug vergangen, weiter geht es nun zu den Whitsundays und Cairns. Mal sehen wann wir dort ankommen.
Das wars schon wieder, bis zum nächsten Mal.

Gruß
Anne & Marcus

Auf Wiedersehen Stanthorpe (26. Februar bis 30. April 2010)

Hallo ihr Lieben,

es ist also vollbracht, kaum zu glauben, aber wahr: Drei Monate Stanthorpe sind überlebt! Eine lange Zeit und doch ging sie dann ratzfatz vorbei. Aber so ist es ja immer. Aber seid nicht sauer. In der Zeit ist sowieso nicht viel passiert. Deswegen hatten wir auch keine Lust, extra einen Blogeintrag zu schreiben. Der kommt nun nachträglich.

Die Arbeit ist nun vorbei. Endlich! Wir haben bestimmt mindestens eine Milliarde Paprika gepackt und das reicht für den Rest unseres Lebens. Nie wieder! Vielleicht mal Äpfel oder Erdbeeren, aber keine Paprika mehr.🙂
Zwischendurch mussten wir auch mal beim Pflücken aushelfen und diesen Job wünschen wir keinem. Die Pflanze ist etwa kniehoch und man kann sich entscheiden, ob einem am Ende des Tages der Rücken oder lieber die Knie wehtun sollen. Oder beides. Doch schlimmer ist der Gestank. Es ist so ziemlich der schlimmste Geruch, den ihr euch vorstellen könnt plus Knoblauchatem. Und eine scheinbar gute Frucht anzufassen, die in den Hände zermatscht und ein Millionenheer von Fliegen auf die Welt loslässt, gehört auch nicht zu unseren Lieblingserinnerungen. Oder Fotomotiven. Außerdem durften wir Unkraut jäten und Pappkartons zurchtfalten. Wir ihr euch vorstellen könnt, alles seeehr spannend. Doch nun ist es aus und vorbei und wir sind wieder frei zum reisen. Yuhu!

Unkraut vergeht nicht....leider.

Wat ein Boxenluder.

Stanthorpe ist und bleibt ein verschlafenes Städtchen. Selbst das große Apple & Grape Festival, das schon drei Wochen vorher vorbereitet wurde, fiel für uns Großstädter doch eher schlicht aus. Es gab eine Parade, bei der jede zweite Gruppe einen Dudelsack-Club präsentierte. Ansonsten ein bisschen Live-Musik, Süßigkeitenstände, ein obligatorischer Traubenstampfwettbewerb und viele Menschen. Die Einwohnerzahl hat sich wohl für drei Tage verdreifacht. Doch ohne Barack Obama – wir waren so enttäuscht.

Blaskapelle Nummer 34....

Da fühlt man sich glatt wie auf dem Berliner Weihnachtsmarkt. Das Wetter stimmte auch.🙂

Sehr gefreut haben wir uns über die zwei Pakete, die uns aus Deutschland heil und vollständig erreichten. Das Thermometer ist uns in der Zwischenzeit leider abhanden gekommen, aber wir können euch auch so sagen, dass es immer kälter wird. Die Spreewälder Gurken hat Anne mit Genuss verspeist und die Fußbadetabs haben nach dem Kauf einer Plastikschüssel auch gute Dienste geleistet. Die Bücher und Zeitschriften haben uns außerdem die Zeit vertreiben lassen. Also, ein ganz liebes Dankeschön! (Übrigens: von Sekt geht keine Explosionsgefahr aus, wenn man ihn per Luftpost verschickt… Danke Tante Jutta für den Prosecco🙂 )

Mit ganz viel Leckerein...

....und Sachen, die uns guttaten. Danke dafür!

Als uns das kleine Stanthorpe doch mal zu langweilig wurde, haben wir uns raus gewagt. Ganze 30 Kilometer, immerhin. Im Girraween Nationalpark erklommen wir „The Pyramids“, ein Monolith, der nicht umsonst diesen Namen trägt.

Ganz oben - wieder einmal. Schön!

Seltsame Felsformationen vernichteten außerdem unseren Glauben an die Schwerkraft.

Das Kistenstapeln hat anscheinend wirklich seine Wirkung getan.

Außerdem machten wir einen Kurzausflug in die 58km entfernte Nachbarstadt Warwick. Die ist doppelt so groß wie Stanthorpe und hat auch gleich mal ein paar tausend Einwohner mehr. Leider ist dort aber auch nicht wirklich viel los.

Natürlich wachsen einem auch in Stanthorpe seine Reisebegleiter ans Herz. Mit Antoine und Charlotte aus Nizza haben wir sogar ein paar Wochen auf Arbeit verbracht und waren dementsprechend traurig, als sie uns nach zwei Monaten verließen.

Doch Traurigkeit währt zum Glück nicht lang und es kamen ja auch immer neue Gesellen in den Caravanpark, die wir kennenlernen konnten. Mit einer Truppe deutscher Jungs und Mädels veranstalteten wir dann auch mal einen Abend am Lagerfeuer, ganz typisch mit Marshmellows am Stock. Lecker!

In Stanthorpe im März war es dann auch soweit: das Bergfest unserer Reise. Wir haben nicht gefeiert, wir hatten ja so viele Paprika um die Ohren.
Doch es ist schon beängstigend, wie schnell die Zeit vergangen ist. Wir werden nun die restlichen dreieinhalb Monate jede Minute genießen und aus allen Vollen schöpfen, damit die Reise wirklich unvergesslich wird und bleibt.

Und noch zwei weitere Jubileen gab es zu feiern. Im Februar gingen wir mal ganz schick essen, denn wir hatten es nun schon drei Jahre miteinander ausgehalten. Da gabs Steaks, so groß wie die Teller, plus einem All-You-Can-Eat-Buffet. So vollgefressen waren wir schon lange nicht mehr. Und mal wieder von richtigem Geschirr zu essen und aus richtigen Gläsern zu trinken, hatte auch was für sich.

Endlich mal nicht selber abwaschen. Luxus pur.

Für das dritte Jubiläum wollen wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bei Hossi bedanken. Er hat es möglich gemacht, dass wir nun schon seit einem Jahr stolze Führerscheinbesitzer sind. Mal sehen, ob wir in Berlin wieder lernen können, auf der rechten Seite zu fahren. Man gewöhnt sich wirklich an alles.🙂

Vor zwei Wochen haben wir auch endlich mit der Manfred-Verschönerungs-Aktion angefangen. Nein, Tine Wittler ist nicht vorbeigekommen, die passt ja nicht ins Flugzeug. Wir haben unsere eigene Fantasie spielen lassen und können euch nun schicke, obligatorische Vorher-Nachher-Bilder zeigen. Sehet und staunet:

Nun muss der dritte Mitfahrer nicht mehr um sein Leben fürchten.

Flashy....wie man uns sagte. Schick ist es allemal.

Da möchte man Manfred gar nicht mehr hergeben.

Und ob ihr’s glaubt oder nicht, Manni läuft auch. Er hüstelt ein wenig am Morgen, doch danach läuft alles wie geschmiert. Er läuft sogar so gut, dass WIR diesmal einem anderen Auto Starthilfe geben konnten. Ja, wirklich!!

Und er kann es doch - sogar mit Handtüchern vor dem Gesicht.

Und das wars auch schon. Soviel ist eben nicht passiert. Dafür geht es jetzt wieder richtig los und Ihr könnt wieder öfters mit einem Bericht rechnen. Wir machen uns auf in den tropischen Norden und geplanterweise geht es von Brisbane bis nach Cairns über Fraser Island und die Whitsundays.

Liebste Grüße aus Queensland,
Anne + Marcus

Ein Eindruck von Stanthorpe (30. Januar bis 25. Februar 2010)

Hallo ihr Lieben,

ist es also auch schon wieder einen Monat her seit dem letzten Blog. Tztztz, so geht das natürlich nicht. Hier ist der neuste Klatsch und Tratsch aus Down Under:

(Anmerkung: Jetz auch mit neuem, exklusivem Fotomaterial.)

Zunächst zur Jobsituation: Den Traubenjobs folgten noch zwei weitere Einsätze für unterschiedliche Weinfelder. Wir gaben natürlich immer unser Bestes und pflückten fleißig Chardonnay, Semillion und Co.. Doch bei der Weinernte kann man leider nicht seßhaft werden. Nach zwei-drei Tagen ist entweder alles abgeerntet oder die Nachfrage ist fürs Erste gestillt. Trotzdem haben wir ganz gut Geld verdient. Aber wir suchten natürlich immer noch nach einem Langzeitjob.

Schnipp Schnapp, Traube ab!

Die Erlösung sollte kommen – aber natürlich nicht mit einigen Zwischenabenteuern. Nachdem die Arbeit auf dem letzten Weinfeld mal wieder beendet war (jeder Pflücker konnte sogar eine Flasche Wein mit nach Haus nehmen; wenn da die Arbeit nicht Spaß macht ;)), taten wir unser Bestes, die Frauen im Jobbüro zu nerven. Hallo, wir sind immer noch da, nun gebt uns schon einen richtigen Job! Als wir dann an einem Tag zweimal auf der Matte standen, hat es den beiden wohl gereicht und tadaaa, wir bekamen einen Job auf einer Apfelfarm. Wir freuten uns natürlich ein Manfred-groes Loch in den Bauch. Doch zu früh…..Zunächst lag die Farm 35km entfernt von unserem Zeltplatz. Das heißt nicht nur 70km pro Tag, sondern bei Manfreds jetzigem Spritverbrauch auch dreimal die Woche tanken. Das Benzin ist zwar billig, aber man muss es ja nicht übertreiben. Doch wir versuchten unser Glück. Auf der Farm angekommen, „begrüßte“ uns ein grummliger Apfelfarmer namens Anthony. Seinen Namen erfuhren wir jedoch nicht von ihm, sondern von den anderen deutschen Backpackern, die ihr Geld dort verdienten. Wir sollten ihn aber „Schmidt“ nennen, dann merke er nicht, dass wir über ihn reden. Und es gab viel zu reden. Schmidt, so erzählten es uns die deutschen Jungs, kriegt gerne mal einen Anfall und schreit die Arbeiter an á la „Wieso machst du das so? Bist du zu blöd dafür? Du Idiot!“. Reizend.

Die Bezahlung erfolgte per Tonne oder riesengroßem Holzkasten, wenn ihr’s genau wissen wollt. Für eine Tonne gepflückte Äpfel brauchten wir zusammen etwa anderthalb Stunden. Hätte man jetzt pro Tonne hundert Dollars verdient, wäre es ja eine Überlegung wert gewesen, doch nichts dergleichen. Hätten wir uns wirklich angestrend, ohne Pausen gearbeitet und wären wir durch die Bäume gerannt, hätten wir zusammen nicht mal 200 $ machen können. Zu wenig!
Schmidt war zudem den ganzen Tag sehr ruppig und kurz angebunden, wollte uns sogar unsere halbe Stunde Mittagspause nicht gönnen. Misstrauisch fragte er nach 20 Minuten, wie viel Zeit wir denn noch hätten- Auf die Antwort „10 Minuten“, ernteten wir nur einen eiskalten Blick und Schmidt zog seinerseits sein Mittagessen aus der Tasche und setzte sich direkt hinter uns. Na so macht die Mittagspause aber Spaß.

Nach acht Stunden Apfelpflücken schauten wir uns an und wussten, dass wir diesen Job nicht lange machen würden. Manfred war anscheinend auch unserer Meinung, denn als wir in der Stadt ankamen wurde er stinkig. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Motor lief mal wieder heiß und qualmte. Was für ein Tag….uns war elend zumute. War’s das jetzt für den Motor? Was würden wir ohne ein Auto machen? Verzweiflung machte sich bei untergehender Sonne breit. Wir warteten bis der Motor nur noch Bratpfannen-Temperatur hatte und kippten Wasser nach – nur um zu sehen, dass es sofort wieder unten aus dem Motor rausblubberte. Gar nicht gut. Wir riefen also mal wieder einen Abschleppdienst, der uns bis auf unseren Zeltplatz vorfuhr – natürlich sehr zur Verwunderung unserer Nachbarn. „Seid ihr jetzt zu faul zum Selberfahren geworden“. Schön wär`s.

Manfrd wird auf dem Zeltplatz abgestellt.

Am Vortag wurden wir noch von einem Mechaniker gewarnt, dass unsere Wasserpumpe tropft. Nun wurde aus dem Tropfen ein Wasserfall und aus Manfred ein Pflegefall. Schon wieder eine Werkstatt? Nein! Wir redeten mit ein paar Leuten, die alle gerne ihre Hilfe anboten, unter anderem ein Mechaniker, der auch auf dem Zeltplatz wohnt. Wir sprachen ihn nur an, sagten, wir hätten gehört, er könnte gut mit Autos und nach Sekunden hatte er schon ein Arbeits-T-Shirt an und sein Werkzeugkasten in der Hand. Seine Diagnose: Definitiv die Wasserpumpe! Kein Problem. Er baut sie aus, damit wir eine neue bestellen können, die er dann kurzerhand wieder einbauen kann. Gesagt, getan!

Ein Bild wie Tag und Nacht - die neue und alte Wasserpumpe.

Jetzt wird alles wieder gut, denkt ihr? Nein, das wär ja langweilig. Nachdem die neue Wasserpumpe ihren Platz ihm Motorraum gefunden hatte, versuchten wir, Manfred zu bewegen. Er wollte nicht. Das Wasser blieb zwar drin, doch dafür übernahm der Motor das Blubbern. Im ersten Gang kamen wir bei voll durchgedrücktem Gas dann doch von der Stelle, doch so geht es ja nicht! Kurzerhand wechselten wir die Dinger, die wir jetzt mal Zündverteilerkappe und zugehöriges Drehdings nennen. Ist halt schwer, wenn man Motorsprache nur auf Englisch lernt. Die beiden Teile sind dafür verantwortlich, dass die Zündkerzen Strom bekommen. Die Kontakte der alten Teile waren…..eigentlich nicht mehr wirklich vorhanden. Zusätzlich schraubte Shane, der Mechaniker, an der Luftklappe rum. Die hatte sich entschlossen, einfach mal rund um die Uhr geschlossen zu bleiben. So kann natürlich keine Luft in den Motor gelangen. Ohne Luft, keine gute Verbrennung.

Na Gott sei Dank, dann ist ja alles wieder gut, denkt ihr? HAH, ihr kennt doch Manfred. Wir drehten voller Vorfreude den Schlüssel. Und drehten nochmal. Und nochmal. Zu hören wr ein altbekanntes Geräusch: Die Batterie ist alle. Wie, was? Batterie alle, ohne dass nur ein Licht gebrannt hat? Wir waren ratlos. Wir versuchten es mit der guten alten Starthilfe.

Manred schließt sich mal wieder mit einem seiner Artgenossen kurz....ohne Erfolg.

Erfolglos. Wir bauten eine andere Batterie ein. Die funktonierte. Bei laufendem Motor wechselten wir die Batterien und alles schien in Ordnung. Wir machten eine Testfahrt durch das kleine Stanthorpe und das Auto lief wunderbar. Bis zum nächsten Morgen. Überraschung: Die Batterie war wieder alle, obwohl wir das Auto noch eine Stunde hatten laufen lassen. Zähne wurden an Manfreds Amaturenbrett ausgebissen, es wurde geflucht, böse geguckt und nach einer Lösung gesucht. Ein Ladeversuch mit einem Aufladegerät blieb erfolglos. Schlechtes Aufladegerät sagten wir und borgten uns ein anderes. Zwischendurch ließen wir die Batterie testen mit dem Ergebnis, dass offiziell festgestellt wurde, dass die Batterie nicht richtig aufgeladen ist. Nach noch einer Nacht am Ladegerät dann die Überraschung: Manfred läuft! Das war gestern…..Heute gibt der Motor wieder keinen Ton von sich. Wir kommen wohl nicht drumrum, eine neue Batterie zu kaufen.

Unseren Apfeljob bei Schmidt haben wir fast am gleichen Tag noch wegen des Autos gekündigt. Manchmal läuft aber auch was richtig, denn unsere französischen Freunde Charlotte und Antoine konnten uns ein paar Tage später Arbeit auf einer Paprikafarm besorgen. Und dort arbeiten wir nun seit einer Woche und werden dort wahrscheinlich noch bis April bleiben. Ab und an müssen wir den Pflückern aushelfen, doch unsere eigentliche Aufgabe ist das Verpacken der Paprika und Aufstapeln der Kisten.

Die Hand-Augen-Koordination sitzt.

8 Kilo pro Kiste, 95 Kisten pro Stapel, 20 Stapel am Tag....pure Muskelkraft.

Ein furchtbar langweiliger Job, doch er bringt Geld und wir können für lange Zeit dort bleiben und Geld zusammen sparen. Na endlich!🙂

Was wir sonst so machen? Unsere Freizeit verbingen wir meist mit Filmegucken. Haben uns hier sogar schon soweit niedergelassen, dass wir uns in der hiesigen Videothek angemeldet haben. Ansonsten verbringen wir die Abende mit den Leuten vom Zeltplatz, kochen, quatschen, haben Spaß. Ach ja, für alle, die sich Sorgen machen, dass wir verhungern:

Lecker Früstück mit allem, was das Herz begehrt.

Lecker Eierkuchen. Oder Pancakes, wie sie hier heißen.

Antoine und Anne freuen sich über selbstgemachten Milchreis.

Wir tun natürlich auch was für unsere geistige und kulinariche Weiterbildung und haben von einem japanischen Pärchen gelernt, wie man Sushi macht.

Die verschiedensten Nationen versuchen sich an einer Sushi-Rolle.

Marcus und Taku sind begeistert.

Stanthorpe kann manchmal auch richtig ausflippen und veranstaltet Festivitäten wie die Stanthorpe Agriculture Show. Diese Veranstaltung, die Stanthorpe zu einem lokalen Feiertag gemacht hat, feiert die Farmkultur des Ortes. Es gibt Kühe, Pferde, Schafe sowie Schäferhunde zu sehen, die ihre Herde in ein Gatter treiben müssen. Ja, genau wie bei Schweinchen Babe. Es gibt Traktorvorführungen, Weintests, Autoscooter, klapprige Achterbahnen und viel zu viele Fressbuden. Ganz wie bei uns auf dem Weihnachtsmarkt. Einige unsere Mädels hatten das Glück, auf dem Fest arbeiten zu können.

Määäh....Schafe zum Anfassen. Wahnsinn!

Charlotte und Luisa bitten zum viel zu süßen Snack.

Ein echter Farmer braucht sein Bier.....und sein Gatter.

Das Maskottchen der Stanthorper Feuerwehr. Nein, nicht der links, der in der Mitte!

Jetzt bereitet sich die ganze Stadt schon auf das kommende Apple & Grape Festival vor, das am ersten Märzwochenende stattfindet. Dem Veranstalter ist es sogar gelungen, das Gerücht zu streuen, Barack Obama würde vorbeikommen. Wir stehen dem eher skeptisch gegenüber.

Das war’s auch schon wieder von uns. Hier wird es immer kälter, es geht auf den Herbst zu. Bibber.

Liebste Grüße,
Anne und Marcus

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